Sessions für Vorträge und Poster

Das Klima des Pleistozäns ist durch den Beginn der nordhemisphärischen Vergletscherungen vor ~2.7 Mio Jahren und einer langfristigen klimatischen Abkühlung mit zunehmenden Amplituden der Glazialzyklen gekennzeichnet. Während der ‚Mid-Pleistocene Transition’ vor 1.25-0.7 Mio Jahren wurde der 41 000-Jahres Glazial-Interglazialzyklus vom 100 000-Jahreszyklus abgelöst. Damit verbunden waren starke Änderungen der Ozeanzirkulation und Dynamik der polaren Ozeane sowie der Kohlenstoffspeicherung im tiefen Ozean und der daraus resultierenden Abnahme des atmosphärischen pCO2 und größerer Ausdehnung der glazialen Eisschilde. Neben dem generellen Trend treten starke Klimaschwankungen mit unterschiedlichen regionalen Mustern, Timing und Amplituden auf. In dieser Session diskutieren wir Beiträge verschiedener Aspekte regionaler Ozean- und Klimadynamik und die zugrunde liegenden Mechanismen im Pleistozän.

Klimarekonstruktionen für die letzten 2000 Jahre sind entscheidend, um die anthropogene Erwärmung in den Kontext der natürlichen Klimavariabilität mit charakteristischen Klimaveränderungen wie der mittelalterlichen Klimaanomalie und der Kleinen Eiszeit im zweiten Jahrtausend n. Chr. und der römischen Warm- und Kaltzeit im ersten Jahrtausend n. Chr. zu stellen. Klimarekonstruktionen tragen auch zur Klärung vergangener Bevölkerungsbewegungen bei. In diesem Zusammenhang werden Klimaextreme und der Klimawandel als primäre Antriebe der Migration diskutiert. In dieser Session sollen Arbeiten zu all diesen Aspekten und die gesellschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels der letzten 2000 Jahre anhand von Proxy-Datensätzen wie Jahrringen und Seesedimenten, neuen Datensynthesen und Paläoklimamodellsimulationen diskutiert werden.

Schnelle Klimawechsel sind in der Erdgeschichte häufig. Abrupte Klimawechsel mit unterschiedlichen regionalen Ausprägungen werden aufgrund der derzeitigen anthropogenen Eingriffe zunehmend wahrscheinlich. Eiskerne sowie marine und terrestrische Sedimente sind ideale Archive um Mechanismen und räumlich-zeitliche Unterschiede schneller Klimawechsel zu verstehen um zukünftige Klimasprünge und ihre Auswirkungen besser abschätzen zu können. In dieser Session werden Ursachen und Auswirkungen schneller Klimawechsel in der Vergangenheit diskutiert, wobei der Schwerpunkt auf dem letzten glazialen Zyklus liegt. Beiträge über den Nachweis und Mechanismen regionaler Klima-Schwellenwerte und Gradienten sowie deren Konsequenzen für die Gesellschaft sind willkommen.

In dieser Session werden Fortschritte bei der Entwicklung neuer und quantitativer Proxidaten für quartäre Klima- und Umweltrekonstruktion vorgestellt und diskutiert. Beispiele sind stabile Isotope leichter Elemente (C, H, O, N), aber auch andere geochemische, sedimentologische und biologische Daten. Insbesondere sollen verschiedenen Ansätze der Kalibration von Proxidaten einschließlich Transferfunktionen und Monitoring-Konzepte diskutiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Proxi-Modellierung und anderen Ansätzen zur Verbesserung der Interpretation von Proxidaten. Neue Modellentwicklungen und quantitative Daten-Model-Vergleiche sind willkommene Beiträge für diese Session.

Proxy-Zeitreihen aus Eiskernen, terrestrischen und marinen Klimaarchiven zu synchronisieren ist der Schlüssel um regional verzögerte oder synchrone Auswirkungen von abruptem Klimawandel entziffern zu können. Dabei kommt vor allem präzisen Datierungsmethoden und hoch-aufgelösten Chronologien besondere Bedeutung zu, um die räumliche und zeitliche Klimavariabilität besser zu verstehen. Im Fokus dieser Session liegen neue Erkenntnisse aus Forschungen zu direkten Datierungsmethoden (z.B. Radiokarbon, U-Series), jährlich aufgelösten Chronologien (z.B. Warven, Baumringe) und der präzisen Integration von Proxy-Zeitreihen (z.B. durch Tephrochronologie, kosmogene Isotope, palaeomagnetische Exkursionen).

Vor tausenden von Jahren begann in Mitteleuropa die Transformation einer Wald- in eine Offenlandschaft durch den Menschen. Diese Transformation hat die Sedimentation in Geoarchiven mehr oder weniger stark verändert und somit auch einen Einfluss auf den Signaltransfer von Klima- und Umweltparametern in Sedimente. So führt Entwaldung zu erhöhten Stoff- und Sedimenteinträgen, wodurch Ablagerungsprozesse in Sedimentbecken grundlegend verändert wurden. Einerseits kann dies zur Überprägung von Klimasignalen in den Sedimentfolgen führen, aber anderseits bietet sich damit auch die Möglichkeit kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen von prähistorischer Zeit bis heute genau zu rekonstruieren. Dazu ist es unerlässlich zwischen natürlichen/klimatischen und anthropogenen Informationen in Sedimenten zu unterscheiden. In dieser Session werden Ansätze und Strategien zur Unterscheidung anthropogener und klimatischer Signale in verschiedenen Geoarchiven diskutiert. Beiträge zu klassischen und neuen Proxis sowohl für anthropogene Einflüsse als auch für klimatische sind willkommen.

Klimatischer und globaler Wandel manifestiert sich durch jene Prozesse, die die Erdoberfläche gestalten. Prozesse – auf Hängen, in Gerinnen und an Küstenlinien – mobilisieren, transportieren und lagern Sediment ab; Sediment, welches letztendlich die Geoarchive aufbaut, die wir nutzen, um Landschaftsentwicklung und Umweltwandel zu rekonstruieren. In dieser Sitzung setzen wir den Fokus auf i) die Folgen von Umweltwandel für Prozessdynamik, wie sie aus Archiven interpretiert wird aber auch ii) Schlussfolgerungen prozessorientierter Forschung für die Interpretation von Archiven. Wir diskutieren beispielsweise Beiträge zur Initiierung und Dynamik von Transienten in der Landschaftsentwicklung, Studien die Proxy-Daten in Prozessraten konvertierten (und vice versa), und konzeptionelle Modelle zur Verknüpfung von Prozessen und den Archiven, die sie erzeugen.

Session-Koordinatoren: Henrik Rother, Christian Hoselmann

Im Fokus der deutschsprachigen Session liegen Beiträge zur regionalen Quartärgeologie der DEUQUA-Kernregion (Deutschland, Österreich, Schweiz) mit dem Ziel, neue Ergebnisse und methodische Ansätze aus litho-, bio-, pedo-, morpho- und chronostratigraphischen Untersuchungen zu präsentieren. Darüber hinaus sollen aktuelle Entwicklungen in der geowissenschaftlichen Kartierung sowie Fragen der überregionalen Korrelation quartärer Systeme in Raum und Zeit diskutiert werden. Neben der Erörterung wissenschaftlicher Ergebnisse versteht sich die Session auch als interdisziplinäre Plattform zur Darstellung von aktuellen Aufgaben und angewandten Arbeiten der Staatlichen Geologischen Dienste. Es ist geplant, ausgewählte Beiträge aus dieser Session in einem Sonderband der Zeitschrift DEUQUA-SP zu publizieren.

Voraussichtliches Programm

Ort: Potsdam und Umgebung

  • Vorexkursion

Ort: GFZ, Hörsaalgebäude, Haus H

  • Nachmittags Registrierung
  • Führung zur Geschichte vom Telegrafenberg
  • Ice Breaker Party

Ort: GFZ, Hörsaalgebäude, Haus H

  • Registrierung
  • Eröffnung / Grußworte
  • Vortragssessions
  • Poster Session
  • Rundgänge (Labore, Telegrafenberg)

Ort: GFZ, Hörsaalgebäude, Haus H

  • Vortragssessions
  • Poster Sessions

Ort: GFZ, Hörsaalgebäude, Haus H

  • Vortragssessions
  • Abschlussworte
  • Busexkursionen
  • Tageskurse
  • Wir planen: Ice Breaker Party,
  • Öffentlichen Abendvortrag,
  • Sitzung “Junge DEUQUA“,
  • Konferenz-Dinner,
  • DEUQUA-Mitgliederversammlung,
  • Führungen:
    (a) Führung zur Geschichte vom Telegrafenberg,
    (b) Laborführungen

Mehr Informationen folgen im Frühjahr 2021.

Komitees

  • Achim Brauer, GFZ Potsdam
  • Elisabeth Dietze, AWI Potsdam
  • Ingo Heinrich, GFZ Potsdam
  • Ina Neugebauer, GFZ Potsdam
  • Frank Preusser, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Christopher Lüthgens, Universität für Bodenkultur Wien
  • Achim Brauer, GFZ Potsdam
  • Markus Schwab, GFZ Potsdam
  • Christine Gerschke, GFZ Potsdam
  • Matthias Köppl, GFZ Potsdam